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Familienportal des Kreis Ahrweiler


Verfahrensbeistand - Anwalt des Kindes

In Familiengerichtsverfahren zur Regelung der elterlichen Sorge und des Umgangs hat das Familiengericht die Möglichkeit, für betroffene Kinder einen „Verfahrensbeistand“, auch „Anwalt des Kindes“ genannt, einzusetzen. Die Einschaltung eines Verfahrensbeistandes erfolgt in der Regel, wenn 

  • das Interesse des Kindes zu seinen Eltern in erheblichem Gegensatz steht;
  • eine Trennung des Kindes von den Eltern wegen Gefährdung des Kindeswohls in Betracht kommt;
  • eine Trennung des Kindes von der Person erfolgen soll, in deren Obhut es sich befindet;
  • es um die Herausgabe des Kindes geht;
  • der Ausschluss oder eine wesentliche Beschränkung des Umgangs-/Besuchsrechtes in Betracht kommt.

 

Der Verfahrensbeistand hat die Aufgabe, die objektiven und subjektiven Interessen des Kindes in dem Gerichtsverfahren zu vertreten. Dazu ist es erforderlich, dass der Verfahrensbeistand die tatsächlichen Interessen und individuellen Wünsche des Kindes ausfindig macht und diese dem Gericht gegenüber zum Ausdruck bringt. Der Verfahrensbeistand ist das „Sprachrohr“ des Kindes. Von den betroffenen Kindern wird es in der Regel als wohltuend und entlastend empfunden, dass sie in dem Gerichtsverfahren einen Fürsprecher haben, der nur für sie da ist und ausschließlich ihre Interessen vertritt. Der Verfahrensbeistand hat außerdem die Aufgabe, das Kind über den Gegenstand, den Ablauf und den möglichen Ausgang des Gerichtsverfahrens in geeigneter Weise zu informieren. In besonderen Fällen kann das Gericht dem Verfahrensbeistand die zusätzliche Aufgabe übertragen, Gespräche mit den Eltern und weiteren Bezugspersonen des Kindes zu führen sowie am Zustandekommen einer einvernehmlichen Regelung mitzuwirken.